Higgsfield hat Supercomputer 2.0 vorgestellt — einen autonomen Marketing-Agenten, der komplette Kampagnen von der Idee bis zum fertigen Post ohne menschliches Zutun durchzieht. Gebaut ist das Ganze auf Nvidias Agent Toolkit mit Nemotron-Modellen unter der Haube.

Das System orchestriert über 35 Modelle für Bild, Audio und Video, darunter Higgsfields eigene Soul-Modelle auf Nvidia-Blackwell-Architektur. Dazu kommen mehr als 20 fertige Produktions-Pipelines: TV-Spots, Produktreels, Amazon-Listings, sogar KI-Podcasts. Enterprise-Kunden bekommen Guardrails gegen Datenlecks und ein Rechte-System, das festlegt, was der Agent darf. Ein Audit-Layer für Compliance-Teams steht allerdings noch auf der Roadmap — ist also nicht ab Tag eins dabei.

Die Zahlen klingen beeindruckend — aber Vorsicht

Higgsfield behauptet, dass 390 der Fortune-500-Unternehmen die Plattform nutzen, also 78 Prozent. Die Zahl wurde bisher nicht unabhängig geprüft. Der Umsatz habe sich in den ersten fünf Monaten 2026 fast vervierfacht, bei 30 Prozent Wachstum pro Monat. Insgesamt hat das Startup rund 138 Millionen Dollar eingesammelt, zuletzt 80 Millionen in einer Series-A-Erweiterung unter Accel-Führung.

Als Demonstration hat ein 15-Personen-Team mit dem Supercomputer den 95-Minuten-Film „Hell Grind" in 14 Tagen produziert — für angeblich unter 500.000 Dollar. Der lief in Cannes, allerdings nicht im offiziellen Programm.

Wer verfolgt hat, wie Nvidia gerade Hugging Face übernommen hat, sieht das Muster: Jensen Huang baut sich ein KI-Ökosystem, das von den Chips bis zur fertigen Anwendung reicht. Ob Higgsfields Adoption-Zahlen halten was sie versprechen, wird sich zeigen — aber dass autonome Marketing-Agenten kommen, daran zweifle ich ehrlich gesagt nicht mehr.