Xiaomi AI Cube: 120B-Modelle lokal, aber ohne Preis
Xiaomi zeigt einen Mini-PC mit drei eigenen Xring-Chips, 128 GB RAM und 150 Watt. Was der AI Cube kann — und warum ihr ihn nicht kaufen könnt.

Bild: Techpuls / KI-generiert
Xiaomi hat auf seiner Xring-Chipkonferenz einen Mini-PC gezeigt, der große Sprachmodelle komplett lokal ausführen soll — von 3 Milliarden bis 120 Milliarden Parametern. Der AI Cube steckt dafür gleich drei hauseigene Chips in ein Gehäuse. Nur kaufen könnt ihr ihn nicht: Es ist ein Prototyp.
Das Herzstück ist der Xring O3, ein SoC mit zehn großen CPU-Kernen, einer 16-Kern-GPU vom Typ G2-Ultra NX und einer NPU mit 200 TOPS. Dazu kommt der O100, ein Beschleuniger in 6-Nanometer-Fertigung mit 3D-Wafer-Stacking, 28.672 effektiven Datenleitungen und bis zu 1,22 TB/s Bandbreite zwischen Rechenwerk und Speicher. Der dritte im Bund, der D100 in 3 nm, stammt eigentlich aus Xiaomis Autosparte: 20 CPU-Kerne, 16-Kern-NPU, Unterstützung für bis zu 160 GB Speicher. Im Cube stecken 128 GB LPDDR6, das Kühlkonzept ist auf 150 Watt Dauerlast ausgelegt.
Auch außen wird geprotzt. Das Unibody-Gehäuse besteht aus Aluminium aus der Luftfahrtindustrie und hat 33.874 CNC-gefräste Löcher. Per Umschalter wechselt das System zwischen einem schnellen und einem langsamen Modus, je nachdem wie aufwendig die Anfrage ist.
Wo bleibt der Preis?
Genau hier wird es unbefriedigend: Xiaomi hat weder Preis noch Erscheinungstermin noch einen Vertriebsweg genannt. Aus den Präsentationsunterlagen geht hervor, dass O100 und D100 erst 2027 auf den Markt kommen sollen — der Cube kann also frühestens danach ein Produkt werden, wenn überhaupt. Zum Vergleich: Nvidias DGX Spark und der Asus Ascent GX10 bieten ebenfalls 128 GB und laufen mit Modellen bis 200 Milliarden Parametern, sind aber real bestellbar.
Ehrlich gesagt finde ich die Chip-Kombination technisch stark, gerade den Bandbreiten-Trick über den gestapelten O100 — an Speicherbandbreite scheitert lokale KI ja meistens. Aber ein Gerät ohne Preis, ohne Termin und mit Chips, die es 2026 noch gar nicht zu kaufen gibt, ist erstmal eine Machbarkeitsdemo. Bin gespannt, ob daraus 2027 wirklich Hardware wird, die außerhalb Chinas ankommt. Wer heute lokal große Modelle fahren will, ist mit selbst gehostetem Qwen 3 auf vorhandener Hardware besser bedient.