Amazon hat Metas KI-Agenten Muse seit Sonntagabend auf seiner Shopping-Plattform blockiert. Nutzer sehen beim Versuch, über Muse automatisiert einzukaufen, einen Warnhinweis — der Bot verstoße gegen die Nutzungsbedingungen. Meta hatte zuvor eine Aufforderung zur Entfernung des Agenten abgelehnt.

Muse ist Metas Anfang September vorgestellter persönlicher KI-Agent für Alltagsaufgaben. Er vergleicht Preise, füllt Warenkörbe und schließt Käufe eigenständig ab. Das Problem aus Amazons Sicht: Das Tool gibt sich beim Surfen nicht als Maschine zu erkennen und greift ohne Absprache auf die Plattform zu. Amazon-Sprecherin Lara Hendrickson erklärte gegenüber Bloomberg, dass Drittanbieter-Anwendungen „transparent agieren und die Entscheidungen der Dienstleister respektieren" müssten.

Warum Amazon sich wehrt

Hinter dem Streit steckt mehr als Datenschutz. Amazon erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 59 Milliarden Euro mit Werbung. Automatisierte Einkäufe umgehen die regulären Produktseiten — Nutzer sehen keine gesponserten Artikel mehr. Das gefährdet eine der wichtigsten Einnahmequellen des Konzerns. Bots erlaubt Amazon durchaus, aber nur wenn sie sich identifizieren und blockieren lassen. Amazons eigener Assistent „Buy for Me" hält sich an diese Regeln.

Ein Präzedenzfall existiert bereits: Amazon verklagte Ende 2025 den Suchanbieter Perplexity wegen dessen Shopping-Agenten und bekam im März 2026 recht. Ein Berufungsgericht hob die Verfügung im August allerdings teilweise wieder auf.

Ehrlich gesagt finde ich Amazons Position nachvollziehbar — wer auf einer fremden Plattform automatisiert einkauft, sollte sich zumindest als Bot zu erkennen geben. Dass es Meta trotzdem versucht, zeigt aber, wie ernst der Kampf um die Kontrolle über das KI-gestützte Shopping geworden ist.